Gedicht der Woche (III)

am anfang war der schlaf, der halbe tod.
die zeichen stehen fest. getrocknet ist das wort.
am uhrwerk klebt noch morgenrot.
wir schweifen ab. das leben zieht uns fort.
stopft aus, was unsre leere nicht bewies,
behält die bessre welt für sich, die uns zu füßen lag.
es fehlt, was bleibt, von dem, was uns verließ.
im schlaf sind wir kaum weiter als am ersten tag
und krümmen uns vor sehnsucht wie der wurm,
der auf dem heimweg ist und es nicht sieht.
es bringt nichts, ihn am grenzstein festzubinden.
wir widmen, morpheus, dir den nächsten sturm,
der unsre zukunft mit sich zieht.
wir sind fast angekommen im verschwinden.

(aus: im traum der dich nicht schlafen lässt. chiliverlag, Verl 2018.)

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