Gedicht der Woche (IV)

hast du das meer gesehn, kennst du die finsternis,
die korona des seesterns, der nicht leuchtet,
im tang den abdruck aus dem schwalgebiss,
die brandgans, wie sie ihre fehler beichtet.
das hellste dunkel ist das unsichtbare.
im grunde ist das ufer illusion,
denn ewig ruft das meer. das einzig wahre
trotz aller schwäne schönen religion.
erinnerst du dich an das licht,
der kiefernwälder meeresschatten,
des muschelsuchers windschiefes gesicht,
die eruption im waldameisennest?
oft unbemerkt verschieben sich die platten
im traum, der dich nicht schlafen lässt.

(aus: im traum der dich nicht schlafen lässt. chiliverlag, Verl 2018.)

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