Gedicht der Woche (XVIII)

dilemma

mit stress im herzen ging ich einst zum arzt …
vier jahre her. kaum zeit für anamnese,
diagnosestellung, menschlichkeit.
er sah mich an, als wäre ich verhartzt.
hoffend, dass er vom leiden mich erlöse,
sah ich darüber weg. er stellte sich gescheit.
es wurde nach sekunden nichts gefunden,
weshalb was psychisches am nächsten lag
(die rechnung kam auch prompt am folgetag).
ein lapidarer nebensatz: man riet zur therapie.
ich lachte damals drüber und verzieh
bis heute, als ich mich versichern lassen wollte,
um für den fall – berufsunfähig – noch zu leben …
ich ackerte stets härter, als ich sollte,
ist’s dann nicht besser, gleich den löffel abzugeben?
denn dem versicherer war’s zu riskant!
er lehnte ab. dabei liegt’s auf der hand:
wer faul ist, der bleibt ungestresst.
den würde man versichern. das steht fest.

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