Gedicht der Woche (XXII)

so lange, bis die welt sich selbst erkennt
im tiefseeblau des unvollkommnen schnees,
als fresko in den wolken, drehmoment
des zeitgeists ungestalt, gefäß,
als raum und trauma und herbarium
aus stimmen, die in schmetterlingen reifen,
bleibt uns der traum refugium.
so lange trösten endlosschleifen.
wer bist du, wenn du nicht bist, was du wirst?
wem glaubst du, wenn du aufhörst, anzufangen,
weil du das bessre ende kennst? wann zeigst
du dich, indem du dich verirrst
in einer welt, die blind ist vor verlangen,
seit du dich mehr und mehr verzweigst?

(aus: im traum der dich nicht schlafen lässt. chiliverlag, Verl 2018.)

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