Literaturpreis Harz

Am Sonntag wurde im Schloss Harzgerode zum zweiten Mal der Literaturpreis Harz verliehen. Ich war krankheitsbedingt leider verhindert, denke aber, dass die Auslobung dieses Literaturpreises eine schöne Sache ist, zumal vernünftige Literaturpreise (ohne Schwachsinnsvorgaben) in dieser Region rar gesät sind. Gestern lese ich in der GZ Folgendes:

Insgesamt acht Hobbyautoren wurden mit Preisen bedacht.

WTF? Hobbyautoren? Ist dann in diesem Fall die zuständige Redakteurin, Andrea Leifeld, ebenfalls eine Hobbyjournalistin? Meines Erachtens ist dieses Wort „Hobbyautor“ dermaßen ehrabschneidend, dass mir die Worte für eine politisch korrekte Beleidigung fehlen. Was unterscheidet überhaupt einen „Hobbyautor“ von einem „Autor“ bzw. von einem „professionellen Autor“? Geht es um die reine Publikationstätigkeit müssten auch beispielsweise Pessoa oder Rimbaud als „Hobbyautoren“ gelten. Und was ist mit den ganzen Autoren, die ein Publikationsverbot zu erdulden hatten und haben? Sind das auch „Hobbyautoren“? Schreiben ist doch kein Hobby. Es ist eine Lebenseinstellung.

Genereller Nachtrag: Das Wort „Schreiberling“ geht im Übrigen auch überhaupt nicht …

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