FBK-Austritt

Blankenburg, 7.9.2018

Werter Vorstand des Friedrich-Bödecker-Kreises,

hiermit trete ich mit sofortiger Wirkung aus dem Friedrich-Bödecker-Kreis e.V. in Sachsen-Anhalt (FBK) aus.

Die Mitgliederversammlung am 5.9.2018 in Magdeburg war m. E. eine Art Schauprozess. Janko war in Absprache mit seinem Anwalt nicht anwesend. Das war der Grund für sein Fernbleiben. Nichts anderes. Seine Abwesenheit wurde hingegen höhnisch belächelt.

Im Gegensatz zu den meisten Mitgliedern des FBK habe ich stets versucht, mir beide Seiten anzuhören und mich nicht einlullen zu lassen. In den letzten Wochen habe ich so ziemlich jede Stimme aus der zunächst sehr einseitigen Presse vernommen. Da war von „schwerwiegenden Vorkommnissen des Geschäftsführers gegenüber unserer langjährigen Referentin“ die Rede (also hat sich der Vorstand ja doch in der Presse geäußert, obwohl auf der MV Gegenteiliges behauptet wurde; Kai Agthe wird sich ja kaum selbst zitiert haben), was einige Leute, die sogar mich darauf ansprachen, als sexuelle Belästigung deuteten. Zur Erinnerung: Es bestand jederzeit die Möglichkeit, diese Formulierung seitens des Vorstands zu entschärfen. Stattdessen mündete das Ganze in neuen Anschuldigungen. Obige Formulierung ist weiterhin online einsehbar und wurde von der MZ nicht gelöscht.

Im neuesten Volkstimme-Artikel scheint sich der Wind der Presse ein wenig gedreht zu haben. Plötzlich werden in der Presse beide Seiten vernommen, da ist auch „vom Clan, der sich um die ehemalige Vorsitzende Dorothea Iser zusammengefunden habe“ die Rede. Und genau dieser „Clan“ [keine Ahnung, wer diesen Ausdruck gebraucht hat] war größtenteils in Magdeburg anwesend. Machen wir uns nichts vor. Die Spaltung ist da. Es bringt nichts, sie wegzudiskutieren. Ich hatte bei der MV in MD eher den Eindruck, man wolle diese gesamte Angelegenheit unter den Teppich kehren, um weitermachen zu können, zumal das Urteil längst verhängt worden war. Von der von Frau Iser antizipierten Aufteilung von Literaturförderung/Leseförderung würden mehrere Vereine profitieren. Da sie in diesem Zusammenhang von „wir“ sprach, liegt die Vermutung nahe, dass sie weiterhin die Fäden im Hintergrund zieht. Einige FBK-Mitglieder, die gleichzeitig andere Vereine vertreten, fanden diese Idee entsprechend gut und störten sich beispielsweise entsprechend am „Personenkult“ um Janko. Ich hingegen finde diese Idee fahrlässig. Wenn ich mir anschaue, was die anderen Literaturvereine des Landes in den letzten Jahren auf die Beine gestellt haben und dies mit dem FBK vergleiche, ahne ich, wohin die Reise geht. Man sehe sich nur mal die Website des Förderkreises der Schriftsteller in Sachsen-Anhalt e.V. an. Diese sieht aus wie aus den tiefsten 90er Jahren.

Zu den eigentlichen Kernproblemen hat sich niemand geäußert, also insbesondere zur rechtlichen Situation: Wer vertritt beispielsweise den FBK in dieser Angelegenheit? Das Arbeitsklima lässt sich schwerlich von außen beurteilen. Da nützen auch einzelne E-Mails wenig. Zur Wahrheit gehören immer zwei Seiten. In der MV wurde nur eine Seite dargelegt. Das Buch „Anna Hood“ ist im MDV erschienen, ohne Hinweis auf den FBK. Die Vorgänger von „Anna Hood“ erschienen im Dorise-Verlag. Auch hier (ich hab 2 Exemplare zu Hause) gibt es keinen Hinweis auf den FBK! Ich kann es auch nicht nachvollziehen, warum es Frau Iser nicht verstanden hat, dass ein Buch in mehrere Sprachen übersetzt und dann an deutschen Grundschulen vorgestellt wird. Es ist doch naheliegend. Hier geht es um den offiziell in der Politik lancierten interkulturellen Austausch. Es gibt viele „Problemschulen“ mit einem erhöhten Migrationsanteil. Diese Kinder wiederum können von diesem Angebot durchaus profitieren, wenn sie „Anna Hood“ sowohl in ihrer Mutter- als auch in ihrer Zweitsprache lesen können. Zudem weckt das Buch eine Neugier der Kinder auf andere Sprachen.

Um es noch einmal zu verdeutlichen, weshalb ich austrete. Es sollte immer die Unschuldsvermutung gelten. Diese wurde in diesem Fall mit Füßen getreten. Janko wurde zuerst die Weisungsbefugnis entzogen, bevor sich der Vorstand überhaupt ein Bild machen konnte. Passenderweise war Janko am 27.6. zur Vorstandssitzung nicht einmal anwesend und konnte folglich auch nicht angehört werden. Ich trete auch aus, weil ich, so die Spaltung denn kommen sollte, keine Daseinsberechtigung für mich mehr in diesem Verein sehe, da ich eher in den Bereich „Literaturförderung“ falle.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Rackwitz

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