Gedicht der Woche (XXXVIII)

Allein

(Edgar Allan Poe)

Seit meiner Kindheit war ich nie
wie andere – und sah nicht wie
die andern – achtete gering
den Frühling, der vorüberging –
woanders her kam mir der Schrecken –
ich könnt das Herz niemals erwecken,
sich in demselben Ton zu freun –
was ich auch liebte – liebte ich allein –
dann – als die Dämmerung sich fand
im sturmgeprägten Sein – entstand
aus tiefer Krankheit und Idyll
das Rätsel, das mich eingehüllt –
aus der Flut und der Fontäne –
aus der Felswand roten Tönen –
aus der Sonne, die mir folgt,
herbstlich ist ihr Ton aus Gold –
aus dem Blitz am Himmel, heiß,
der an mir vorübereilt –
aus dem Donner und dem Sturm –
und der Wolke mit der Form
(wenn gänzlich blau der Himmel ruht)
der mir trauten Höllenbrut –

Nachdichtung: Thomas Rackwitz

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