Gedicht der Woche (XLII)

Am letzten Freitag hatte ich eine Lesung in Gröbers, genauer gesagt auf dem Osmünder Friedhof in der Dorfkirche St. Petrus. Begleitet wurde die Lesung von Tristan Eissing, seines Zeichens Organist. Eine runde Sache. Die Lesung hat mir wirklich Spaß gemacht, das Publikum war interessiert und aufgeschlossen. Peter Dörheit moderierte die Lesung souverän und führte durch den Abend. Für diese Lesung hatte ich zuvor das folgende Gedicht verfasst:

dorfkirche st. petrus

unweit der abgelaufnen gräber meiner ahnen
steht eine kirche, lange zeit verwittert.
zu lehm geronnen das blut ihrer erbauer.
ein ort für staub und schutt und schwämme.

jüngst aufgerichtet aus ruinen ragt sie endlich
und trägt den himmel sichrer durch sein dunkel.
schleuser den wolken. ihr herz aus vogelstimmen.
refugium für efeu, moos und brombeer.

jahrhunderte entfalten sich im innern.
die worte zuberbiers gehn durch den raum.
sich zu erinnern, heißt auch neuanfang.
bis in das erdreich dringt der orgelklang.

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