Gedicht der Woche (XLIV)

leicht

das auge des flusses
spiegelt sich im laub
das laub sich im rauschen
auf der lichtung
verwächst sich die ferne
wäscht der tau fremdgewordene
worte aus den gräsern

wie die zeit in flammen aufgeht

wir zehren von erinnerungen
als ich hinhöre ist es endlich still
es wurde alles gesagt
was sich nicht verschweigen ließe
es wurde nichts gesagt
was uns wirklich anginge

der weg führt zurück
das laub wird leichter
als das auto auf dem es liegt

am ende wiegt das leichte
viel schwerer
verschwindet der fluss

(aus: ausgrabungen am offenen herzen. Hallesche Autorenhefte 61, Halle 2015.)

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