Gedicht der Woche (XLVI)

festmahl

zum letzten festmahl sei ihr aufgetischt
des weines glut. sie kann nicht trinken.
der zander riecht nach ebbe, flut und gischt,
liegt bei oliven, weißbrot, parmaschinken,

papaya, maracuja und granat.
sie aber schüttelt der verfall
und wünscht, es träfe mich an ihrer statt …
was sie auch isst, schmeckt nach metall.

im mund tablettenstaub irrt sie ins bett
und hofft zugleich zu sterben und zu leben.
erdenschwer ihr ikarusskelett.

im dreck die flügel schleifen. violett
die haut kann sie sich nicht erheben
und muss, vom festmahl taub, sich übergeben.

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