Leseproben

WEIL DU MICH MÜDE MACHST GEH ICH DIR NAH
bist nacht mir überm meer bist stimme allem kalten
du gleichst der tiefsten luft die ich je sah
ich brandete an händen die mich halten

wie lieb ich dich da du dich mir entziehst
sobald in deinen armen ich erwache
glaub ich zu sehn was du vor mir verschließt
ergründe zügig ich der zungen sprache

an deinem hafen unweit fremder zwänge
verstecke ich die zeit um hier zu bleiben
und fühle nur die ferne die mich führt

im mund die früchte früherer gesänge
vergessen wir das licht und lassen leicht uns treiben
auf dass ein traum den anderen berührt

DASS ICH ERBLINDE
bemerkte ich erst
als es mir nicht mehr gelang
deinen atem zu sehen
in deinen erinnerungen
mich wiederzufinden
aus den spiegeln
an denen du vorbeigingst zu lesen
auch das flüstern deines schattens
ließ sich auf einmal nicht mehr übersetzen
dafür ertappte ich mich
immer wieder beim versuch
den sinn deiner sommersprossen
entschlüsseln zu wollen
oder den ursprung
deiner lebenslinien
mit meinen fingern zu erforschen
jedes noch so feine haar deines körpers
mit meiner zunge zu umkreisen
eine heimliche spur
aus küssen zu legen
um mich in deiner nähe
nicht wieder zu verirren

LICHT

da wo das licht beginnt endet das rauschen
eine unbekannte in der gleichung des zufalls
erinnerung auf der rückseite des bluts
kaum schwerer als ein schluckauf hinter den jahren
veteran im kreißsaal des ewigen sommers
in dem es den vorhof halber gewitter bewohnt
licht ja lichtstaub atem der sterne
nichts schöneres als der torso
der unendliche aufruhr entgegen dem sinn
ein echo aus einer anderen welt

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