Lies mich

IN EROS’ WELT SIND WIR DIE NEOPHYTEN.
da war das meer: präkambrisch angehaucht,
dem wir aus furcht geheimnisse verrieten
und sind in seinen wellen abgetaucht
und spürten unablässig erosionen,
teils wesentlich, fossiliensteif beseelt,
fernab verinnerlichter konventionen
im epizentrum dessen, was uns fehlt.
seitdem sind wir erstarrt in der bewegung
der wesen, die uns erst ermöglichten zu denken,
entlegen, tief ins meer zurückgeschwemmt,
getrieben von pteraspis sinnloser erregung,
aus urzeiten vertrautes noch in den gelenken.
weil wir uns lieben, bleiben wir uns fremd.

(aus: neophyten)

DEN TRAUM DEN DU BEGREIFST DEN GIBT ES NICHT
du kannst nur davon träumen was du weißt
egal ob sich sein nichtsein widerspricht
was jedes seiner bilder auch umkreist
und das vergessen mit sich bringt
als stille post als wiegenlied
als widerstand des lebens den die zeit bezwingt
als durst als himmelleiser unterschied
der sich dem irdischen verschreibt
nimmt sich der traum vom chaos seinen teil
gibt dir zurück was niemanden gehört
erfüllt dich so dass dir nichts mehr verbleibt
riechst du den rauch getränkt das rettungsseil
als feuer das sich selbst verzehrt

(aus: im traum der dich nicht schlafen lässt)

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