Gedicht der Woche (XI)

nach den vorbildern

tranströmerte im ingerwald der christensen
als poearpkoch hilbigerer gestalt
zu kunst hat’s dlernernd nicht gereicht
und baudelairte mich szymborskaleicht
und bartschte mich erpietraßt schinkelnd
novalisierte rilkte und bemuckte
klabündelnd traklisch bachmannid
verhölderinte bennblausüd
gekeatst ins bauernde lavantium
bei aller mandelstamina
jesseninieur cobaingesumm
beim kirschkernknirschengustafsson
mcdanielte der böhmeton
verkrügerte mein lumpenwissen
ganz audend heymlich skacellös
verrimbaudlenzt mit ancelrissen

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Gedicht der Woche (X)

rationalhymne

wir deutschen neigen oft zum eigenlob,
selbst wenn die suppe wir versalzen,
und halten’s schon für xenophob,
wenn wir mit braver zunge schnalzen.

wir deutschen sind zutiefst hysterisch,
wann immer es um kleinkram geht.
der populismus stinkt chimärisch.
ach, himmel, arsch und zugenäht!

wir deutschen schimpfen laut: sanktionen
für alle andren unrechtsstaaten.
dabei ist das, worin wir wohnen,
nicht immer allzu wohlgeraten.

wir deutschen schelten oft die andern
kulturen, die wir nicht verstehn,
und merken kaum, es unterwandern
konzerne uns wie tausendschön …

wir deutschen, wir sind demokraten,
doch zählt allein die dividende.
dukatenscheißer und primaten –
wann folgt die lang ersehnte wende?

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Gedicht der Woche (IX)

vorbeirausch

dir zuzusehen
wie du mit bausteinen
stonehenge nachbaust
ohne es zu kennen
noch keine sechs jahre
eben dem tode entrissen
bei deiner geburt
ein atemloses wesen
uns bleibt der vorbeirausch
das staunen
wie du dich entwickelst
den uns vertrauten formen entwächst
mühelos dir wissen aneignest
und so das mühelose langsam verlierst

(für Fine)

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dass du so müde bist ist nicht mehr schlimm

Das Gedicht dass du so müde bist ist nicht mehr schlimm aus meinem aktuellen Gedichtband im traum der dich nicht schlafen lässt wurde heute im vom DAS GEDICHT präsentierten Blog Fremdgehen, jung bleiben von Stefanie Lux besprochen. Näheres findet sich hier.

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Gedicht der Woche (VIII)

WENN ES WAS GIBT, DAS ICH NICHT LASSEN KANN:
ich will vergessen, was ich nicht beginnen wollte,
bist du die welt, bin ich ihr untertan,
halt ich das blut, das in dir fließen sollte.
wenn es, was gibt, in der erinnerung verbleibt,
kommt das gedicht zur welt, die abstirbt im gedicht.
ich will vergessen, was mein denken einverleibt.
die gründe meines daseins zählen nicht.
ich zähle weiter, ich ein abzählreim der welt,
gebunden an die schwerkraft meines geists
im herzen lerner, baudelaire, novalis.
immer ist anfang, alles ist verstellt.
vielleicht bin ich nur eine (ich spüre, mich zerreißts)
verkörprung von aurora borealis.

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Bücherfrühling

Der Frühling findet in diesem Jahr in Braunsbedra statt, wollte sagte der Bücherfrühling

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im traum der dich nicht schlafen lässt – Rezension von Michel Ackermann

Heute ist die erste Rezension zu meinem neuen Gedichtband im traum der dich nicht schlafen lässt erschienen. Die Rezension ist gleichzeitig die Empfehlung des Monats auf den Seiten der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik e.V. Vielen Dank! Zur vollständigen Rezension geht es hier.

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Gedicht der Woche (VII)

vorharz, spätwinter

gestern schwirrten grabräuber hier noch umher.
suchten still des winters verhüllte kammern.
schreckten die zu schatten gewordnen früchte.
löschten die steine,

die vor kälte immer noch brannten. ließen
den altar des schnees aufgebrochen hinter
sich. nun aber sind sie vergessen. die bruch
stellen verwachsen.

und der specht verkündet das lang vermisste.
wie ein hohepriester des walds lädt er den
frühling wieder zur prozession der vögel:
stottert in schönschrift.

(aus: an der schwelle zum harz. Mitteldeutscher Verlag, Halle 2014.)

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Gedicht der Woche (VI)

Es lebe der Etikettenschwindel … Der Text liebling ich mache jetzt einen entzug ist heute Text des Tages auf Fixpoetry.

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Lesung im Molmerswende (Artikel in der MZ)

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